Taufgottesdienst

Im Gottesdienst treten wir aus dem Alltag heraus und kommen vor Gott zur Ruhe. In jeder Gemeinde gibt es eine individuelle Gestaltung des evangelischen Taufgottesdienstes. Der Ablauf unterscheidet sich ferner, wenn man sich als Erwachsener evangelisch taufen lassen möchte oder wenn man sein Kind evangelisch taufen lassen möchte.

Ablauf einer evangelischen Taufe

Besprechen Sie mit Ihrem  / Ihrer PfarrerIn, welche Möglichkeiten es gibt, die Taufe in den Gottesdienst einzubinden. Manche feiern die Taufe gerne in einem Familiengottesdienst, andere binden sie in einen regulären Sonntagsgottesdienst ein, wieder andere halten einen reinen Taufgottesdienst. Informieren Sie sich, wie es in Ihrer Gemeinde gehandhabt wird. Ein Taufgottesdienst dauert in der Regel nicht länger als eine Stunde. In Absprache mit dem/der PfarrerIn können eigene Ideen und Wünsche für den Ablauf der Taufe berücksichtigt werden. Grundsätzlich gliedert sich der Taufgottesdienst in die folgenden vier Teile:

1. Teil: Eröffnung & Anrufung

Der/die PfarrerIn begrüßt die Gemeinde und nennt den Grund der Zusammenkunft, die Taufe. Durch die liturgische Grußformel wird seitens des/der PfarrerIn und seitens der Gemeinde die Verbindung zueinander und zu Gott unterstrichen. Es wird gebetet und gesungen, um auf die folgende Wortverkündigung einzustimmen.

2. Teil: Verkündigung & Bekenntnis

In diesem Teil des Taufgottesdienstes werden biblische Texte zur Taufe verlesen. Hinzu kommen Liedgesang und liturgische Wechselgesänge der Gemeinde. In der anschließenden Predigt wird i.d.R. der Taufspruch ausgelegt und in Bezug zu dem Täufling und zu den Anwesenden gebracht.

Kreuz im Wasser
© rghenry/Fotolia.com

3. Teil: Spende des Sakraments

Dieser Teil beginnt mit dem Verlesen des Taufbefehls (Matthäus 28,19). Dann besteht die Möglichkeit für die Eltern eine Taufansprache zu halten. Es folgt das Glaubensbekenntnis, das alle gemeinsam sprechen. Danach stellt der/die PfarrerIn Tauffragen an die Eltern, Patinnen und Paten. Bei jugendlichen oder erwachsenen Taufanwärtern werden diese selbst gefragt. Dann erfolgt die Taufhandlung.

Nach der Taufhandlung wird in der Kirche am Oster- oder Altarlicht eine Taufkerze angezündet und es folgt die Segnung der Eltern und Paten. Im Anschluss gibt es ein Taufgebet und ein Tauflied, es kann auch ein Dankopfer gesammelt werden. Bei dem Tauflied handelt es sich in der Regel um ein Dank- oder Segenslied. Es werden im Folgenden Fürbitten für den Täufling, seine Familie und Freunde vor Gott gebracht. Hier können PatInnen, Eltern, Verwandte oder enge Freunde sich aktiv einbringen und eine Fürbitte übernehmen. Dann wird gemeinsam das Vaterunser gebetet. Optional wird danach noch gemeinsam ein Lied gesungen.

4. Teil: Sendung & Segen

Der Pfarrer sendet die Gemeinde mit Heilszuspruch und Segen in die neue Woche. Dabei kann er auch ein Geleitwort für die neue Woche mit auf den Weg geben. Abschließend folgen Abkündigungen, die über bevorstehende Veranstaltungen informieren und Hinweise zur Kollekte am Ausgang. Optional kann noch gemeinsam ein Lied gesungen werden. Abschließend erfolgt Musik zum Auszug der Gemeinde aus der Kirche.

Wichtige Bestandteile der Zeremonie

Die Taufhandlung

Bei der klassischen Taufe am Taufbecken wird der Kopf des Täuflings dreimal mit Wasser begossen. Das Taufwasser symbolisiert das neue Leben, das uns geschenkt wird und mit der Taufe beginnt. Durch das Wasser wird sinnbildlich alles, was den Täufling von Gott trennt, abgewaschen. Dem Täufling wird mit Taufwasser ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet als Zeichen dafür, dass ihm das ewige Leben geschenkt wurde.

Allerdings findet nicht jede Taufe in einer Kirche statt. Es gibt auch Erwachsenentaufen an öffentlichen Gewässern wie Flüssen und Seen. Dabei wird durch vollständiges Untertauchen und wieder Auftauchen des Täuflings ein Sterben und Wiederauferstehen symbolisiert.

Täufling wird mit Taufwasser gesegnet

Christlicher Taufspruch

Ein Taufspruch ist in einem evangelischen Taufgottesdienst immer ein Bibelvers. Bei einem Kind suchen die Eltern, gegebenenfalls auch mit Unterstützung von Patentante und Patenonkel, den Taufspruch für ihr Kind aus. Er ist eine Zusage, die das Kind sein Leben lang begleiten soll. In Bibel-Konkordanzen oder im Internet z.B. auf Bibleserver.com kann man nach Stichworten einen Vers zu einem bestimmten Thema suchen. Themen können sein: Segen, Liebe, Frieden, Hoffnung, Freude und vieles mehr.

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Andenken an die Taufe

Überreichung von Tauf- & Patenurkunde

Die Kirchengemeinden dokumentieren die Taufe und händigen den Eltern des Täuflings und den TaufpatInnen Urkunden aus. Die Taufurkunde bestätigt die vollzogene Taufe. Sie beinhaltet den Namen des Täuflings, der Eltern und PatInnen sowie Geburtsdatum, Taufdatum und den Taufspruch. Als Erinnerung an diesen schönen Tag erhalten die PatInnen eine Patenurkunde.

Die Tauf- und Patenurkunden werden in der Regel von der Kirchengemeinde ausgesucht und enthalten sehr oft die klassischen Taufmotive wie Wasser, Kreuz und Taube. Aber auch der Hirte und die Schafe oder Engel und Baum sind immer wiederkehrende Motive.

Das Taufkreuz

Bei der Taufe bekommt der Täufling als Symbol häufig ein Kreuz auf die Stirn gemalt. Viele Kirchengemeinden verschenken deshalb gern ein Taufkreuz an den Täufling zur Erinnerung. Hier eine kleine Auswahl:

Fürbitten zum Abschluss der Taufe

PfarrerIn
Vater im Himmel, wir danken dir, dass du diesem Kind/unserer Schwester/unserem Bruder und uns in der heiligen Taufe neues Leben geschenkt hast. Wir bitten dich, gib N. N. Mut, dir in jeder Lebenslage zu vertrauen und sich mit allen Sorgen und Nöten an dich zu wenden. Wir rufen zu dir:

Gemeinde
Herr, erbarme dich.

PfarrerIn
Erfülle ihr /sein Herz mit deiner Liebe, damit sie /er andere verstehen und deine Liebe weitergeben kann. Schenke ihr/ ihm die Gaben deines Geistes und hilf ihr/ ihm sich mit ihnen in deiner Gemeinde einzubringen.

Gemeinde
Herr, erbarme dich.

PfarrerIn
Mach uns alle bereit, das weiterzugeben, was wir von dir empfangen haben, und ihr /ihm zur Seite zu stehen und zu helfen. Wir sind dein Volk, wir danken dir und wir loben dich in Ewigkeit.

Gemeinde
Amen.

Weitere Fürbitte und allgemeiner Schlusssegen:

Gemeinde
Vater im Himmel, wir danken dir für dieses Kind, das du
erschaffen und dem du das Leben geschenkt hast. Durch die Taufe ist es ein Teil unserer Gemeinde geworden. Wir beten für die Eltern und Paten um Weisheit und Geduld, dass sie dem Kind liebevoll zur Seite stehen, seine Glaubens- und Lebensfragen beantworten und ihm christliche Werte vermitteln können. Lass uns auch als Gemeinde unseren Teil dazu beitragen, dass das Kind sich wertgeschätzt fühlt und im Glauben wächst. Das bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.

PfarrerIn
Es segne und behüte euch der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Gemeinde
Amen.

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