Rauhe Haus

Das Rauhe Haus

Das Rauhe Haus wurde 1833 von Johann Hinrich Wichern gegründet. Somit ist die Stiftung eine der ältesten Einrichtungen der Diakonie in Deutschland. Heute arbeiten im Rauhen Haus 1.200 Mitarbeiter an über 100 Standorten in Hamburg und Schleswig-Holstein. Zusammen schaffen Sie verschiedene Betreuungsangebote für mehr als 3.000 Menschen.

Die Stiftung Das Rauhe Haus gliedert sich dabei in die Betreuungsbereiche:

  • Kinder- und Jugendhilfe
  • Sozialpsychiatrie
  • Pflege
  • Teilhabe mit Assistenz

Ebenfalls zum Rauhen Haus in Hamburg gehören unter anderem:

  • Allgemeinbildende Wichern-Schule
  • Berufsschule für Pflege
  • Hochschule für Soziale Arbeit

 

Entstehung und Geschichte des Rauhen Hauses

Das Rauhe Haus 1836

Der damals erst 25 Jahre alte Johann Hinrich Wichern wollte ein Rettungsdorf für die verwahrlosten und verwaisten Kindern aus den Elendsvierteln gründen. Er überzeugte führende Hamburger Politiker und Kaufleute von seinem Plan, und bekam vom Hamburger Syndikus Karl Sievekind eine Kate, „Ruges Haus“, mitsamt Grundstück überlassen. 1833 fand die offizielle Gründungsversammlung im Saal der Hamburger Börsenhalle statt. Schon am 31. Oktober 1833 zog Wichern mit seiner Schwester in das „Ruge Haus“, das der Volkmund zum „Rauhen Haus“ machte. Bis Jahresende hatte Wichern dort zwölf Jungen aufgenommen. Die Kinder wurden damals im Alter von elf bis zwölf Jahren aufgenommen und mit sechzehn Jahren entlassen. Ab 1835 wurden auch Mädchen aufgenommen.

In den ersten Monaten und Jahren wuchs die Anzahl der Kinder, so dass neue Gebäude errichtet werden mussten. So entstand auf der Basis eines Familienprinzips eine christliche Kolonie kleiner Häuser. Jeweils zwölf Kinder bewohnten mit einer Bezugsperson ein eigenes Haus. So konnten die Kinder in diesen Kleingruppen ihr soziales Verhalten üben.

Wichern ritualisierte das Leben der Kinder in strukturierendem Wechsel kindgerecht. So wurden Sonn- und Feiertage abgesetzt durch den von Schule und Arbeit geprägten Alltag. Ziel der Erziehung war vor allem die Förderung der individuellen Fähigkeiten, der Verantwortung und der Gemeinschaftsfähigkeit der Kinder.

Das Rauhe Haus hatte Erfolg: Bereits Anfang der 1870er Jahre wurde die 1000. Neuaufnahme eines Kindes vollzogen.

1843 gliederte Wichern dem Rauhen Haus eine Ausbildungsstätte an. Dort bildete er seine „Brüder“ aus, die man später als „Diakone“ bezeichnete.