Die Geschichte des Weihnachtsbaums

In vielen Wohnzimmern, Kirchen und an öffentlichen Plätzen werden zu Weihnachten geschmückte Tannenbäume aufgestellt. Doch woher kommt dieser Brauch eigentlich? Und was hat eine Gurke im Weihnachtsbaum zu suchen?

Woher kommt der Brauch des Weihnachtsbaums?

Die Tradition, zu Weihnachten einen Tannenbaum zu schmücken, ist etwa zur selben Zeit entstanden, wie der Brauch, zu Weihnachten Geschenke zu verteilen. In der christlichen Weihnachtsbaum-Geschichte ist der Christbaum mit seinem satten Grün ein Symbol der verheißenen Geburt von Jesus Christus. Die Weihnachtsbaumbeleuchtung zeigt das helle Licht, das zu Weihnachten vom Himmel auf die Erde kommt. Das Schmücken steht stellvertretend für die Geschenke der Heiligen Drei Könige an das frischgeborene Jesuskind. 

Die erste Erwähnung eines geschmückten Weihnachtsbaumes geht auf das Jahr 1419 zurück. Bäckerknechte dekorierten demnach den Baum vor dem Heilig-Geist-Spital in Freiburg mit Äpfeln, Nüssen und Lebkuchen. Da Tannenbäume zu dieser Zeit sehr teuer waren, dauerte es noch einige Zeit, bis die heutige Tradition flächendeckend und in allen Bevölkerungsschichten angenommen wurde. Im 19. Jahrhundert verbreitete sich der Weihnachtsbaum dann von Deutschland aus in die ganze Welt.

Weihnachtsbaum vorm Hamburger Michel
© panthermedia.net/Tuck

Warum stellen wir einen Tannenbaum auf?

Unsere Weihnachtsbaumtradition ist bereits sehr alt. Man vermutet den Ursprung des Weihnachtsbaumes in der vorchristlichen, heidnischen Tradition. Wie bei vielen Dingen vermischte sich im Mittelalter Heidnisches mit Christlichem. So war es von da an üblich, biblische Szenen auf Fenster oder als Krippenspiele darzustellen, um so die weitgehend analphabetische Bevölkerung zu unterrichten. Eine sehr beliebte Geschichte war die Darstellung von Adam und Eva im Paradies, für die ein immergrüner „Paradiesbaum“ benötigt wurde, da man die Schlange und den Apfel – also den Sündenfall – zeigen wollte. Es musste also ein Nadelbaum her, der mit roten Äpfeln behangen wurde. Dies war die Geburtsstunde des späteren Weihnachtsbaumes.

Aus dem „Paradiesbaum“ entwickelte sich im Laufe der Zeit eine Verbindung zur Weihnachtsgeschichte – denn schon Maria soll sich auf der Flucht nach Ägypten mit dem Jesuskind unter einem Baum ausgeruht haben. Der Weihnachtsbaum ist somit eine christliche Erfindung, vor allem aber religionsübergreifend ein Symbol der Hoffnung. Mit dem Weihnachtsbaum vereint sich der uralte Menschenglaube an Unsterblichkeit und Lebensfähigkeit mit dem christlichen Glauben an Jesus Christus als „Licht der Welt“. 

Was gibt es für traditionellen Christbaumschmuck?

Christbaumkugel am Weihnachtsbaum

Zu Beginn war es Brauch, die immergrünen Zweige mit Nüssen und Äpfeln. Weihnachten bedeutete für die Menschen vergangener Jahrhunderte ein Fest der Natur, im Zuge dessen deren Gaben im Mittelpunkt standen. In den kargen Zeiten des Winters galten Äpfel, Nüsse und später auch essbares Gebäck am Weihnachtsbaum als besondere Kostbarkeiten für das einfache Volk.

Bis heute sind aber die Christbaumkugeln die Blickfänger am grünen Weihnachtsbaum. Sie sind schon immer eng mit der Symbolik des Apfels verbunden gewesen. Die runde Form der Weihnachtskugel steht für Vollkommenheit und wurde von jeher als Zeichen für Macht, z.B. in Form des kaiserlichen „Reichsapfels“, gedeutet. Als Gebilde, das weder Anfang noch Ende besitzt, versinnbildlicht die Kugel aber auch die Unendlichkeit, die sich auch auf die ewige Existenz Gottes übertragen lässt.

Was hat es mit der Weihnachtsgurke auf sich?

Die Weihnachtsgurke ist ein aus Glas hergestellter Weihnachtsbaumschmuck in Form einer Gewürzgurke. Durch ihre grüne Farbe ist die Gurke nicht ganz so leicht zu entdecken. Wer sie vor der Bescherung findet, erhält ein zusätzliches Geschenk oder darf seine Weihnachtsgeschenke als erstes auspacken.

Die Geschichte der Weihnachtsgurke beginnt – nach Aussagen der thüringischen Glasbläser aus Lauscha, die seit den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts solche Gurken herstellen, – womöglich im Spreewald. Die Spreewälder seien so arm gewesen, dass sie nichts anderes als Gewürzgurken an ihre Christbäume hätten hängen können. Deutsche Auswanderer hätten diese Erinnerung dann nach Amerika mitgenommen. Dort ist die Weihnachtsgurke – „Christmas pickle“ genannt – als Christbaumschmuck weit verbreitet.

Gurke im Weihnachtsbaum
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Wann wird der Christbaum aufgestellt?

Traditionell wird bei den Christen der Weihnachtsbaum am 24. Dezember vor der Heiligen Nacht aufgestellt und geschmückt. Zum Zeitpunkt der Bescherung sollte der Baum auf jeden Fall fertig geschmückt sein. In Deutschland findet diese meist am Abend des 24. Dezembers statt – bei Familien mit kleinen Kindern oft schon wenn es „leicht“ dunkelt. Ebenso ist es bei vielen Familien beliebt, den Christbaum bereits am 4. Advent aufzustellen. Die Vorfreude auf Weihnachten ist an diesem Tag besonders groß. 

Amerikaner sind oft noch früher dran: Hier steht der Baum sogar schon mehrere Wochen vor der Heiligen Nacht fertig geschmückt im Wohnzimmer. Manchmal sogar schon an Thanksgiving. 

Wie lange darf man den Weihnachtsbaum stehen lassen?

Bei dieser Frage gehen die Meinungen stark auseinander. Traditionell wird der Weihnachtsbaum am 6. Januar, also am Tag der Heiligen Drei Könige, abgeschmückt sowie entsorgt. Im Christentum endet am Dreikönigstag die Weihnachtszeit.

In einigen katholischen Haushalten sieht es etwas anders aus: der Weihnachtsbaum wird erst am 2. Februar entsorgt, denn dann ist das Fest Maria Lichtmess. Das Fest findet genau 40 Tage nach Weihnachten statt und ist auch als „Maria Reinigung“ bekannt. Denn bis 40 Tage nach der Geburt eines Kindes galten Mütter früher als unrein und mussten ein Reinigungsopfer bringen. In der Bibel steht geschrieben, dass Maria dafür in einen Tempel pilgerte.

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